Informationen zum Freien Projektunterricht am Emil-Fischer-Gymnasium

Was ist freier Projektunterricht?
Beim freien Projektunterricht handelt es sich um einen aktuellen Ansatz aus der Begabungsforschung zur Förderung individueller Begabungen. Man hat festgestellt, dass schon sehr junge Kinder, forschend und halbwissenschaftlich an einem Thema, einer Frage oder einem Produkt arbeiten können. Im freien Projektunterricht am Emil-Fischer-Gymnasium bieten wir jedem Kind der Klasse 7d die Möglichkeit dazu. Es werden keine inhaltlichen Grenzen gesetzt.

Wie läuft der freie Projektunterricht ab?
Der freie Projektunterricht hat wenig mit konventionellem Unterricht gemein. Der betreuende Lehrer übernimmt Beratungs- und Organisationsfunktionen. Die inhaltliche Arbeit obliegt den Mentoren, die sich jedes Kind entsprechend seines Themas selbst sucht bzw. suchen kann. Der Arbeitsprozess wird von jedem Kind in seinem eigenen Logbuch dokumentiert. Im Schuljahr 2011/2012 planen wir folgende Arbeitsphasen:

Phase Inhalt
Juni Informationsphase Informationen der Schüler und Eltern über Anliegen und Ziel des freien Projektunterrichts
August/ September Themeneingrenzung/ Themenfindung Jeder Schüler findet seinen Schwerpunkt und grenzt sein Thema ein.
Oktober Mentorensuche Jeder Schüler sucht sich selbst bzw. mit Unterstützung einen Mentor.
Herbst/ Winter Grundlagen Facharbeit Im Deutschunterricht werden formale Grundlagen und Ansprüche an eine Facharbeit vermittelt.
Bis März Arbeitsphase Schüler arbeiten an ihrem Thema und erstellen die Arbeit (Informationsbeschaffung, Expertisephase, Schreibphase)
20. April Abgabe der Arbeit
Mai/ Juni Vorbereitung der Präsentation Die Kurzzusammenfassung für eine Veröffentlichungsbroschüre wird geschrieben.
In Gruppen bereiten Schüler die öffentliche Präsentation der Arbeiten vor. (Redaktion der Veröffentlichungsbroschüre, Öffentlichkeitsarbeit, Moderation und Showgestaltung, Catering und Verkauf) Individuelle Vorbereitung der Präsentation
1. Juni Präsentation Präsentation a 10-15 Minuten
Ende Juni Reflexion Ausklang und Rückblick, Austausch individueller Erfahrungen, „Projektfeier“

Welches Thema ist geeignet?
Jedes Interesse ist ein förderungswertes Gut. Es interessieren echte Fragen, deren Lösung bzw. Beantwortung möglich ist. Dabei kommt es auch darauf an, dass das Thema keine Literatursammlung erfordert, sondern möglichst auch eigenständige Anteile hat. Die Ansprüche welche ein Kind an sich stellt, werden mit der Themenfindung deutlich. Damit geht der betreuende Lehrer verantwortungsbewusst um.

Welche Aufgaben hat der Mentor?
Mit der Suche nach einer interessanten Frage beginnt auch die Suche nach einem Mentor. Mentor kann jeder werden, der dem Kind gegenüber Experte ist. Es ist wünschenswert, die Mentoren außerhalb der Schule und Familie zu suchen. Mit dem Mentor arbeitet das Kind je nach gewünschter Intensität zusammen. Dieser Prozess wird organisatorisch von der Schule betreut.

Wie hat die schriftliche Arbeit auszusehen?
Die schriftliche Arbeit hat keine feste Seitenzahlenbegrenzung. Die Zahl der beschriebenen Seiten hängt ganz individuell vom Thema und dem Anteil des Praktischen ab. Die Seitenzahl sollte nicht über 30 liegen, damit das Lesen und Bewerten für die Mentoren nicht überlastend werden. Die schriftliche Arbeit kann nach den Kriterien für eine Facharbeit wie in der Klasse 9 aufgebaut und gestaltet sein. Dazu besteht aber kein Zwang. Die Arbeit sollte ein Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Literaturverzeichnis und Quellenverzeichnis haben. Näheres erfahren die Kinder im Unterricht. Die Arbeit sollte mit einer dauerhaft haltbaren und optisch ansprechenden, aber nicht zwingend teuren Bindung versehen werden, damit sie erhalten bleiben kann. Ein Printexemplar wird der Schule zur Verfügung gestellt und dort archiviert.

Wie wird die Präsentation ablaufen?
Die Präsentation jeder einzelnen Arbeit wird ca. 10-15 Minuten dauern und gemeinsam mit anderen Präsentationen in der Aula des Seecampus Niederlausitz stattfinden. Der öffentliche Charakter verspricht, die über das Jahr erfolgte Arbeit der Kinder zu würdigen. Die Präsentationsveranstaltung wird von den Kindern gemeinsam geplant, organisiert und durchgeführt. So entsteht eine eigens von der Klasse gemanagte Veranstaltung, eine Art Wissenschaftstag für Kleine, welche für die Sekundarstufe II am Emil-Fischer-Gymnasium bereits mit Tradition verbunden ist.

Warum freier Projektunterricht?
Individualisierung ist das Stichwort der modernen Schule. So individuell die Interessen sind, so individuell sind die Fähigkeiten und Möglichkeiten jedes Kindes. Im freien Projektunterricht wird jeder nach seiner Fasson arbeiten und Ergebnisse erzielen. Kreativität und Freiraum der Gedanken haben außerhalb des Fächerzwanges Raum.

Worin liegt die Rolle der Eltern?
Die Eltern sind die wesentliche Unterstützer ihrer Kinder. Sie leisten hin und wieder nervliche Unterstützung, motivieren ihr Kind und können es anleiten. Auf keinen Fall sollten Eltern ihre Rolle falsch verstehen und Arbeiten übernehmen, Schreiben oder Lösungen bereiten. Eltern können aber, weil sie die besten Kenner ihrer Kinder sind, inspirierende Gespräche führen und interessante Kontakte haben. Die elterliche Unterstützung wird aber auch im großen Rahmen benötigt, wenn der Raum ausgeschmückt wird, Bücher gedruckt, Jubel-Feiern organisiert werden.

Welche Themen haben die Schüler der Klasse 7d gewählt?

Name des Schülers Thema/ Schwerpunkte
Baumann, Lucas Feuerwerk
Beyer, Niclas Geschichte der E-Gitarre
Borkert, Clemens Warum faszinieren Brücken?
Friedek, Stephan Luthers Zeit auf der Wartburg
Goldmann, Florian Geschichte des Volkswagen
Häusler, Felix Guteborn
Hempel, Nicole Traumdeutungen
Hoffmann, Tino Was ist unsere Welt ohne Technik?
Kummer, Nathalie Erstellen einer Homepage
Lindemann, Oskar Von der Idee zum Modell
Muschter, Theresa Asteroiden-Bomben aus dem All
Ollmann, Laura Zellulare Strukturen – Mikroskopieren
Pohland, Marko Funktionsweise des Elektroautos
Rudel, Vivian Ausbildung eines Dressurpferdes von 3-7 Jahren
Sauer, Franziska Krebs (Leukämie)
Seidel, Erik Trainingsaufbau Marathon
Ulbrich, Adrian Kristalle - Beryll
Wagner, Paul Atomkraftwerk
Weichelt, Anton Artgerechte Haltung – Elefanten (Zoo)
Zeising, Lisa Marie Mein Moritz ein Löwe?

Für Fragen und Anregungen stehe ich zur Verfügung.
Sylvia Frank
sylvia-frank@seecampus-niederlausitz.de